So viele Menschen, die selbst Produkte herstellen und verkaufen, kämpfen gerade. Die finanzielle Situation für viele ist nicht einfach, die Kaufkraft hat abgenommen, weil wir alle das Geld für Energierechnungen und Essen brauchen. Aber es kommt Weihnachten und wir wollen unseren Lieben Geschenke machen, oder? Inzwischen gibt es einige wirklich gute Projekte, wo schon allein der Kauf des Produkts ein Geschenk für Dritte ist. Ich sammle sie hier zusammen, die Liste wird stetig erweitert!

Bei Herka Frottier kann man sich einzelne (und gerne auch mehrere) Handtücher individuell besticken lassen. Es gibt unzählige Farben, sowohl für die Handtücher als auch für das Stickgarn, drei verschiedene Schriften und unzählige Möglichkeiten. Der Mehrwert: Für jedes bestellte Handtuch geht ein weiteres an eine Einrichtung der Caritas Wien. Hier gehts zu den genauen Infos und in den Webshop! In den Obdachloseneinrichtungen werden heiße Duschen angeboten, dort freut man sich über jedes Handtuch.

Ich hab mir eins für Beppo bestellt:

Das österreichische Fair-Fashion-Label Breddy´s setzt rund um den Black Friday und somit vor Weihnachten ein starkes Zeichen für Solidarität und Fairness. Mit der neuen Aktion „Der Fair-Teiler-Hoodie“ senkt das Unternehmen seinen Hoodie-Preis temporär – und spendet gleichzeitig 10 Euro pro verkauftem Stück an die Volkshilfe Wien, die damit Familien und Einzelpersonen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt. 

Ich finds genial, weil die wissen, ok, viele Leute können sich faire Mode grad nicht leisten. Also machen sie es günstiger, aber mit Sinn. So gehört das!

Bei Bags with Legs – online und in ihrem Atelier der Wiener Hermanngasse – gibt es Taschen aus Deadstock Leder (also Restleder aus verschiedenen Großproduktionen), die von Frauen genäht werden, deren erster Job in Österreich das ist. Bei Bags with Legs bekommen sie ihre erste Chance, am heimischen Jobmarkt Fuß zu fassen. Oft sind es geflüchtete Frauen aus Ländern wie Syrien oder Afghanistan, für die das Nähen der Taschen ein Schritt in Richtung Selbstermächtigung bedeutet. Die Taschen entstehen mitten im 7. Bezirk, direkt gegenüber vom Bezirksamt.

Und ganz abgesehen von diesem wirklich unglaublich sinnvollen Social Businesscase: Die Taschen sind mega stylish UND praktisch. Perfekte Größe, kann man überall mitschleppen, die Verarbeitung ist von hoher Qualität, die Taschen sind langlebig und machen alles mit. Ich bin inzwischen selten ohne einer meiner geliebten Bags with Legs unterwegs 🙂

Hautsinn ist die Kosmetikmarke, für das Geruchsinternet erfunden werden sollte. Ihre Seifen, festen Shampoos, Deocremes, Bodybutter, Badesalze, Pflegeöle, Gesichtsseren, Lippenstifte und Duftkerzen riechen alle unfassbar gut nach ätherischen Ölen und sind hochwertig und wos geht, bio und/oder regional. Gründerin Roya ist eine Meisterin im Mischen neuer Duftnuancen für ihre gut durchdachten Pflegeprodukte (Geheimnis: Das feste Mango-Shampoo ist das erste feste Shampoo, das meine Haare nicht zu einem Strohhaufen macht!). Roya stellt alle Produkte mit ihrem Team in Wien her, ein Team, das aus (mehrheitlich alleinerziehenden) Müttern besteht. Nachdem Roya selbst weiß, wie wichtig Flexibilität im Job bei der Kindererziehung ist, haben die Frauen in ihrem Team freie Zeiteinteilung. Damit hat sie Jobs geschaffen, die jenen Frauen, die aus logistischen Gründen schlicht nicht einen klassischen Nine-To-Five Job machen können und somit Gefahr laufen, in prekären Lebensumständen zu landen, eine echte Chance geben.

Roya hat gerade (bis Februar 2026) einen Pop-up-Laden in der Lange Gasse im 8. Bezirk in Wien und einen megagut sortierten Onlineshop!

Noch so ein leiwandes Projekt, das Menschen durch einen Job echte und neue Perspektiven gibt: Die Nachbarinnen in Wien sind eigentlich ein Verein, dem es um Integration geht. Viele geflüchtete Frauen und Familien leben innerhalb von Wien zurückgezogen und in ihren Communities. Was fehlt, ist dieses gegenseitige Handausstrecken ins hiesige System und in die hiesige Jobwelt. Die Nachbarinnen in Wien sind sozial ausgebildete migrantische Frauen, die Landsleuten von ihnen Hilfe zur Selbsthilfe geben. Sie helfen raus aus der Isolation und unterstützen bei Integrationsschritten, verlangen aber auch, dass diese Schritte wirklich gegangen werden. Um Frauen eigenmächtige Arbeit zu ermöglichen, um ihre Perspektiven und Möglichkeiten hier in Wien zu erweitern, wurde kurzerhand eine Näherei gegründet. Arbeit ist ein Schlüssel zur Integration.

In dieser Näherei finden sehr viele Auftrags-Upcycling-Arbeiten von verschiedenen Unternehmen statt, es gibt aber auch einen eigenen Onlineshop, in dem man Täschchen, Rucksäcke und Notizbücher kaufen kann. Jeder Kauf ermöglicht eine erfolgreiche Weiterführung der Näherei der Nachbarinnen in Wien.

Cool, oder?

Ich ergänze diese Liste nach und nach bis Weihnachten! Wenn ihr Hinweise für mich habt, schreibt mir!